Berlin : Von Tag zu Tag: Berliner Lösung

Bernd Matthies

Was ist denn nun wirklich typisch für Berlin? Sind es die herzlichen Eingeborenen, die unvergleichliche Luftluftluft? Oder eher unfruchtbare Pandas und überbesetzte Verwaltungen? Alles, irgendwie. Aber besonders typisch für diese unsere Stadt ist der ewige Wettlauf um den Parkgroschen, mit der Verwaltung als Hase und dem Verwaltungsgericht als Igel. Jetzt hat sich das Gericht auf die Seite jener Mitbürger gestellt, die vom stetigen Wachstum der Knöllchenzonen am härtesten getroffen werden: Das sind die verzweifelten Bewohner der unmittelbar angrenzenden Straßen, die im Leben keinen Parkplatz mehr finden werden.

Lassen wir mal die feinsinnigen juristischen Details beiseite, so stellt sich vor allem eine Frage: Warum funktioniert in Berlin nicht, was in praktisch jeder anderen zivilisierten Stadt der Welt seit Jahrzehnten ganz normal ist? Ist die Verwaltung dümmer als die von Krefeld oder Kopenhagen? Oder ist es eher die Schlauheit der Berliner, die jede Gesetzeslücke erspähen und "Nicht mit mir!" zum elften Gebot erhoben haben?

Wie kann eine Lösung aussehen? Parkzonen abschaffen - zu teuer. Parkzonen ausdehnen - nicht gerichtsfest. Kostenlose Parkscheine für alle, die nicht in einer Parkzone wohnen, aber nur, wenn sie vorher ein BVG-Jahresticket kaufen, die Fahrradprüfung machen und auf den Rechtsweg verzichten? Ja, so könnte es gehen.

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