Von Tag zu Tag : Biss bald

Andreas Conrad deutet den Konflikt zwischen Fuchs und Feuerwerk

Dem Fuchs werden seit jeher zahllose Gemeinheiten zugetraut, das Stehlen von Gänsen zählt dabei noch zu den harmloseren Vergehen. Immerhin, die ihm zugeschriebene Intelligenz beurteilt man auch ambivalent: Der Fuchs gilt als Inkarnation der Verschlagenheit, zugleich aber rühmt man Menschen von erheblichem strategischem Geschick gerne als alten Fuchs, vom Wüstenfuchs Rommel ganz zu schweigen. So ist auch das jüngst gezeigte Verhalten der Füchse vom ehemaligen Flughafen Tempelhof durchaus nicht eindeutig zu bewerten. Gewiss, dass sie anlässlich der Pyromusikale Zündkabel von Böllern und Raketen zerbissen und so am ersten Abend sogar einen pyrotechnischen Weltrekord verhinderten, wird ihnen mancher Feuerwerksfreund verübeln. Andererseits könnte man dieses Verhalten auch als klammheimlichen Protest von Mutter Natur gegen die lautstarke Störung ihrer Nachtruhe deuten, wenn nicht gar als generellen Einspruch gegen den Eingriff in füchsischen Lebensraum, den die Flughafenschließung so oder so bedeutet. So ein Fuchs ist eben nicht dumm.

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