Berlin : Von Tag zu Tag: Bitte nicht füttern!

Gerd Nowakowski

Die CDU macht es ihren Sympathisanten wirklich schwer. Der CDU-Ehrenrat verteilte "scharfe Verweise" für den Umgang mit den zwei Spenden, die CDU-Fraktionschef Landowsky von der Immobilen-Firma Aubis bekam. Wer aber wurde am härtesten bestraft? Die beiden Spender und Aubis-Chefs Klaus Wienhold und Christian Neuling! Die beiden CDU-Mitglieder sollen keine Parteiämter mehr bekleiden, urteilte der Ehrenrat. Solche Ämter haben die beiden Aubis-Geschäftsführer aber überhaupt nicht. Ist das augenzwinkernde Dialektik der altgedienten Parteimitglieder im Ehrenrat oder eine ganz neue Askese unter dem Motto: Bitte nicht füttern?

Nicht nur die bestraften Spender dürften verblüfft sein. Am Regierenden Bürgermeister scheint die neue Linie noch vorbeigegangen zu sein. Der hatte die 40 000-Mark-Spende immerhin für grundsätzlich "wünschenswert" erklärt. Oder sollte der Ehrenrat etwa geglaubt haben, die Aubis-Chefs seien bei der Spendenübergabe mit unlauteren Gedanken ins Büro des Bankiers Landowsky gekommen, nur weil sie einen 600-Millionen-Kredit haben wollten? Egal. Die CDU-Zehlendorf hat die Zeichen der Zeit jedenfalls schon erkannt. Der Kreischef schickte eine 10 000-Mark-Spende an den Spender zurück - um einen "falschen Anschein" zu verhindern. Bringt uns bloß nicht in Versuchung. Um alle Unklarheiten auszuschließen, sollte der CDU-Landesvorsitzende Diepgen schnell handeln und der Union eine neue Spendensatzung geben. Punkt 1: Von Spenden ist abzusehen. Punkt 2: Wenn unbedingt gespendet werden muss, dann an die SPD. Damit die Genossen den Ärger bekommen.

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