Von Tag zu Tag : Blindfahrt

Werner van Bebber fährt lieber ohne Navigationsgerät

Ob Navigationsgeräte das Kraftfahrerleben erleichtern, ist umstritten. Sie werden, das ist nicht neu, oft gestohlen. Die Zeit, die man mal mit dem Entfalten, Studieren und Neu-Falten des Falk-Plans verbrachte, wartet man heute auf der Polizeiwache, um einen Diebstahl des Geräts anzuzeigen. Immer wieder sind Leute zu beobachten, die zögerlich oder entsetzt irgendwo abbiegen und offensichtlich die Wirklichkeit nicht mit dem Navigationsgerät zusammenbringen. Wer weiß, ob nicht der Fahrer von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt nur deshalb in Spanien gelandet ist, weil die Navigationshilfe ihn dorthin geleitet hat – so wie sie Lastwagenfahrer dazu bringt, an Brücken hängen zu bleiben, die erkennbar zu wenig Höhe zum Unterfahren bieten und träumende Autofahrer über Kaimauern hinaus ins Wasser stürzen lässt, weil das Navigationsgerät von einer Brücke wusste, wo tatsächlich nur gelegentlich eine Fähre wartet. Auf der A 11 landen Leute, die sich elektronisch leiten lassen, neuerdings im Stau. Immerhin: nicht im Wasser. (Seite 12)

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