Von Tag zu Tag : Columbiabad: Turmspringen

Thomas Loy erklärt, was der Bund mit seinem Columbiabad vorhat.

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Das Columbiabad soll verkauft werden.
Das Columbiabad soll verkauft werden.Foto: picture alliance / dpa

Das Columbiabad ist eines der Berliner Trainingscamps für die polizeiliche Krisenintervention. Hier üben die Beamten spezielle Lagen wie Sprungturmbesetzungen. Das Bad wird von aktionsfreudigen Jungmännern aus Nord-Neukölln besucht, die sich an heißen Tagen gerne im Pulk ins Wasser plumpsen lassen und dem Bademeister anschließend die Regeln erklären: Ey, Alta, hinten anstellen!

Nun melden mehrere Zeitungen, das Bad solle verkauft werden, um dort Wohnungen zu bauen. Es gehört nämlich gar nicht den Bäderbetrieben, sondern größtenteils dem Bund. Der Sprungturm, die Kinderplansche, die Liegewiesen, alles altes Reichsvermögen, irgendwie herrenloses Territorium.

Eine autonome Zone

Die Bäderbetriebe haben dafür keine Pacht bezahlt, der Bund hat auch nie welche gefordert. Eine autonome Zone, das müssen die Neuköllner Kids irgendwie gespürt haben.

Ende Gelände. Wohnungen sind wichtiger als Abkühlbecken für Hitzköpfe. An wen verkauft nun der Bund? Berlin habe schon mal Interesse bekundet, verlautet aus dem Senat. Wäre ja ein schöne Finte des Regierenden, am Tempelhof-Gesetz vorbei doch noch eine Randbebauung aufs Feld zu setzen. Doch, nein, Fehlstart, alles zurück auf die Blöcke, das Columbiabad bleibt Sommerbad, versichert ein Sprecher. Egal, wem es gehört.

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