Von Tag zu Tag : Darm, aber sexy

Stefan Jacobs geht in Gedanken durch ein betriebsnahes Präventionsangebot.

von
Tsp

Zu den sogenannten FAQs, den häufig gestellten Fragen, gehört in Berlin auf jeden Fall auch: „Mit Darm oder ohne?“

Im Spandauer BMW-Werk heißt es jetzt: „Mit!“ Für die Mitarbeiter ist jetzt nämlich eine Ausstellung eröffnet worden, deren Highlight laut einer Mitteilung des Unternehmes das „europaweit größte Dickdarmmodell der Felix Burda Stiftung“ ist. Nicht zu übersehen, weil gut 20 Meter lang und auffällig dank seiner rosa Farbe neben den eher grauen Maschinen in der Werkhalle. „Äußerst betriebsnah“ sei das, heißt es in der Mitteilung, die den Betriebsarzt mit den Worten zitiert: „Kein Vorsorgemuffel kann es hier übersehen.“ Die Mitarbeiter sind ausdrücklich eingeladen, sich auch während ihrer Arbeitszeit über die Vorsorgeangebote der Betriebskrankenkasse zu informieren. Immerhin geht es um Krebs und damit im Ernstfall um Leben und Tod.

Wer bei weniger fürsorglichen Arbeitgebern beschäftigt oder Freiberufler ist, kann sich schwer vorstellen, sich mal eben im betriebsnahen Dickdarm die Beine zu vertreten oder die vom Computerbildschirm viereckig gewordenen Augen wieder in Form zu zoomen. Wen oder was man auf den 20 Metern so alles trifft …

Und was ist jetzt die Pointe?, fragt gerade ein Kollege. Ebenfalls eine FAQ an dieser Stelle. Aber so, wie er’s spricht – „Po-ente“ –, belassen wir es einfach dabei.

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