Von Tag zu Tag : Der Killerwels

Andreas Conrad wird auch weiterhin ohne Angst im Schlachtensee baden

Andreas Conrad

Als Filmstadt hat Berlin in den vergangenen Jahren allerhand Fortschritte gemacht, das sei unbestritten. Gern wird bereits, augenzwinkernd zwar und doch mit einer Spur Ernst, der Vergleich mit Hollywood bemüht. Die beißwütigen Fische vom Schlachtensee allerdings haben uns jäh vor Augen geführt, wie weit entfernt wir von dem großen Vorbild noch sind, ja ewig bleiben müssen, die Natur wollte es so. Ein Wels vermag es auf eine furchteinflößende Körpergröße zu bringen, richtig schrecken kann er uns nicht – ein zahnloses Monster, das allenfalls kneift, nicht schlingt. Der Haifisch dagegen, der hat Zähne, und die trägt er, wie Brecht uns lehrte, im Gesicht. Beim Weißen Hai sind sie besonders groß, das wiederum wissen wir von Spielberg. Und nun stelle man sich bitte einmal vor, in Babelsberg kämen sie auf die Idee, die fransenbärtigen Fische vom Schlachtensee auf die Leinwand zu bringen: „Der Mörderwels“. Klingt gut, aber zu einem Mehrteiler dürfte es kaum reichen.

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