Von Tag zu Tag : Der Preis ist heiß

Andreas Conrad misstraut als Kunde den saisonalen Abverkäufen

Andreas Conrad

Auf die Plätze, fertig, lo… Ja, es ist wieder so weit, jedenfalls versucht man uns das noch immer weiszumachen: Winterschlussverkauf! Zeit der Schnäppchen, der Glückgriffe am Grabbeltisch, wo nur der spitzere Ellenbogen sich durchzusetzen vermag. Offiziell ist er wie auch sein sommerliches Gegenstück abgeschafft, existiert aber zombiehaft irgendwie weiter. Regelmäßig tauchte in den vergangenen Jahren bereits die Frage auf: Welcher Winter? Beantworten kann sie seit langem niemand mehr; doch eine zweite Frage schiebt sich neuerdings mehr und mehr ins Bewusstsein: Welcher Schlussverkauf? Ohnehin, ein aussterbendes Wort, zunehmend verdrängt vom englischen „Sale“, aber der ist nicht länger saisonal gebunden, der ist praktisch immer. „Sale“ – das ist das neue Sesam-öffne-dich des Einzelhandels, das wie mit Zauberhand tagein, tagaus unsere Geldbörsen aufklappen soll, auf dass sich ihr Inhalt in die Ladenkassen ergieße. Normale Preise? Gibt es längst nicht mehr, allenfalls an den Tanksäulen muss man auf Schnäppchen wohl ewig warten. Es sei denn, Normalbenzin wird endgültig gestrichen. Dann endlich heißt es auch dort: Sale – der letzte Liter ist umsonst!

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