Von Tag zu Tag : Dick und doof

Bernd Matthies macht sich stark für Werbung an exponierter Stelle.

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Ist das wirklich von Kleihues?“, fragen viele, wenn sie vor dem kleinen, dicken Kant-Dreieck stehen, dem Mini-Hochhaus mit dem Segel auf dem Dach. Es ist von Kleihues. Allerdings muss man wissen, dass der unproportionierte Bau so doof erst durch Druck der Behörden wurde, denen der erste Entwurf zu hoch war; zu großstädtisch sollte Berlin dann im Kleingeist der Neunziger auch wieder nicht wachsen. Insofern ist die nachträgliche Erlaubnis des Bezirks, sechs Stockwerke draufzusetzen, eine späte Rehabilitation des Stararchitekten.

Aber nun gleich wieder: Bedenken. Keine Werbung mehr auf dem Segel – das wollen die einen. Keine „städtebaulich störende“ Werbung die anderen. Da kann man nur viel Spaß beim Definieren wünschen. Und die Frage anschließen, was an Werbung eigentlich so schlimm ist. Ob da oben nun eine silberne Hülle blinkt oder das Logo von Vattenfall – wen interessiert das? Werbung ist Teil der Stadt. Deshalb fasziniert uns der Times Square. Und wollen wir es nicht alle gern noch etwas metropolitaner? (Seite 10)

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