Von Tag zu Tag : Dienst ist Dienst

Andreas Conrad hat mit Jeckentum wirklich nichts im Sinn.

Das Rauchen von Zigaretten und anderen Tabakwaren verdanken wir den Indianern. In Europa war diese Sitte unbekannt, erst Kolumbus brachte sie aus Amerika mit. Man darf dies als klassisches Beispiel dafür nehmen, wie sich einander fremde Kulturen langsam vermischen, die Bräuche der einen von der anderen so gründlich aufgesogen werden, dass man sie nie wieder los wird, allen Anti-Raucher-Kampagnen zum Trotz. Ähnliches ließ sich jetzt wieder im Karneval beobachten: Er war hier weitgehend unbeachtet – bis die Bonner kamen, und nun werden wir ihn nicht wieder los. Immerhin, es gibt Hoffnung: Anfangs wollten die rheinischen Import-Berliner ihre Sitten beibehalten, und dazu gehörte, dass sie an den tollen Tagen nicht mehr ansprechbar waren und ganz in ihren Pappnasen-Vergnügungen versanken. Das ist Vergangenheit, längst haben auch sie sich hiesiges Pflichtbewusstsein angewöhnt, zu dem eben gehört, dass die tollen Tage Privatsache sind und Feiern erst nach Dienstschluss beginnen. Bleibt zu hoffen, dass dies langfristig aufs Rheinland zurückwirkt – damit dort auch am Rosenmontag jemand den Hörer abnimmt.

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