Von Tag zu Tag : Doppelpergamon

Lothar Heinke steht am Kupfergraben und staunt monumental

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Berlin baut auf, und wie! Und vor allem: wie schnell! Den Eingang zum Pergamon-Museum – genau gegenüber dem Haus, in dem Angela Merkel wohnt, wenn sie nicht in Bayreuth Wagner hört, Europa rettet oder durch Südtirol stapft – versperrt jetzt ein Rundbau aus Stahl. 28 Meter hoch. Sieht aus wie ein Gasometer, ist aber Kunst. Gestern war Richtfest für dieses temporäre „Panometer“, in dem ab 30. September ein Jahr lang ein 360-Grad-Panorama der Stadt Pergamon im Jahre 129 n. Chr. gezeigt wird. Also: Im Museum drinnen der berühmte Pergamon-Altar, draußen, im Rundbau, ein fiktiver Besuch vom Kaiser Hadrian, der während des Dionysos-Festes eine Großbaustelle besichtigt. (Noch eine Baustelle in Berlin!) Der Maler Yadegar Asisi hat sich das ausgedacht, die Figuren entworfen, Pergamon rekonstruiert. 24 Meter hoch ist das Bild, Monumentalkunst wie das Bauernkriegspanorama von Werner Tübke in Bad Frankenhausen, nur eben älter. Das runde Abbild einer antiken Metropole. Auf zwei Aussichtsplattformen in zwölf und 15 Metern Höhe kann das Kunstwerk ein Jahr lang besichtigt werden. Die Macher erwarten fast zwei Millionen Besucher.

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