Von Tag zu Tag : Ego-Trip

Bernd Matthies über das neue Konzept der Schönefelder Flughafen-Gegner

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Für 35 000 Euro kann man sich schon was leisten. Beispielsweise einen soliden Mittelklassewagen mit Navigationssystem – einer Einrichtung, die dem Anti-Schönefeld-Bürgerverein vollkommen zu fehlen scheint. Denn was man dort für diesen Preis als Konzept für den deutschen Zentralflughafen Sperenberg zusammengelötet hat, ist nun wirklich so abwegig, dass es keine Debatte lohnt. Schönefeld als Zwerg-Airport für die Regierung und die ILA, vor allem aber als Abfertigungsterminal für das dann eben 15 Jahre später kommende Sperenberg, das dafür aber gleich noch München und Frankfurt überflüssig machen soll … Es fehlt noch der Vorschlag, in Schönefeld nur Lande-, aber keine Startbahnen mehr anzulegen. Oder umgekehrt.

Ein bezeichnendes Licht auf die Haltung der Verfasser wirft vor allem die Randbemerkung, bis zur Eröffnung Sperenbergs könne dann ja gern Tegel weiter betrieben werden. Man fragt sich immer öfter, wann endlich die permanent bedröhnten Einwohner der Tegeler Einflugschneisen Spandau und Wedding gegen diesen Süd-Berliner Ego-Trip auf die Barrikaden gehen. Sie wären den Bewohnern der Umgebung Schönefelds jedenfalls zahlenmäßig weit überlegen. (Seite 13)

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