Von Tag zu Tag : Ein Rattennest

Andreas Conrad wünscht sich lieber kein Nagetier zu Weihnachten

Andreas Conrad

Die Beziehung zwischen Berlin und den Ratten war seit je speziell. Fast 100 Jahre ist es her, dass im Lessingtheater Hauptmanns berühmtes, nach den possierlichen Tierlein benanntes Drama Premiere hatte. Auch die in den frühen Siebzigern gezeigten Filme „Willard“ und „Ben“, mit beißwütigen Kampfratten als Helden, spielten nur in der Fantasie. Die später über die Schultern tierlieber Punks huschenden Nacktschwänzer aber waren real, ebenso wie die plötzliche Popularität der Ratte als Folge des Trickfilms „Ratatouille“. Ein Zufall also, dass gerade jetzt ein Zimmer voller Ratten entdeckt wurde. Tierschützer mussten sich ihrer annehmen, da sie in rattenunwürdigen Zuständen lebten. Erschreckend, dass hier inzwischen selbst Ratten verwahrlosen. Froh stimmt aber das Angebot, die beklagenswerten Tiere preiswert zu erwerben. Denn wie leicht löst sich nun manche bange Frage nach einem passenden Weihnachtspräsent. (Seite 12)

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