Von Tag zu Tag : Eine geklebt

Ulrich Zawatka-gerlach über Buschkowsky-Gegner im Buchladen.

Ulrich Zawatka-gerlach

Schade, dass Heinz Buschkowsky nicht dabei war. Ihm hätte die neue Werbeaktion für sein Buch, bei Hugendubel am Hermannplatz, ganz sicher gefallen. Linke Rechtsanwälte schmückten das autografische Lebenswerk mit dem knallroten Aufkleber „Das Problem heißt Rassismus“. Der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein hat dabei wohl nicht bedacht, dass diese Aktion wahrscheinlich auflagensteigernd wirkt. Wer gegen Rassismus ist, muss jetzt erst mal das Buschy-Buch lesen, um sich bestätigt zu fühlen oder gelangweilt zu sein. Und wer rassistisch denkt, nur so ein kleines bisschen, der wird aus klammheimlicher Solidarität den Neuköllner Schinken spätestens jetzt kaufen. Vielleicht wäre es doch klüger gewesen, die bisher ungelesenen Bücherstapel völlig unkommentiert liegen zu lassen. Die Mitbegründer des Anwältevereins, zwei alte Hasen namens Otto Schily und Gerhard Schröder, hätten den etwas unüberlegten Protest wahrscheinlich abgeblasen oder geschickter eingefädelt. Ist ja auch altmodisch, so ein Aufkleber. Den Anti-Rassismus aufs E-Book posten, das wäre der Zug der neuen Zeit.

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