Berlin : Von Tag zu Tag: Einer wird gewinnen

Annette Kögel

Der Abschied von der D-Mark wurde versüßt: Hostessen-Engel verteilten güldene Euro-Schokotaler. Wenn man so goldig empfangen wird, geht einem sogar der Titel der Veranstaltung im Roten Rathaus ohne Zündaussetzer über die Lippen: "Starter Kit"-Party. Das hat mit Kurbelwelle und Pit Stop nichts zu tun. Zwei Komma drei Millionen dieser Euro-Probepäckchen waren für Berlin und Brandenburg vorgesehen, und wenn man einmal von Kita-Kindern und Vorruheständlern auf Mallorca absieht, dann müssten die Spielgeldsäckchen doch für den Hausgebrauch knapp reichen. Apropos Mallorca - das ist zwar der Deutschen Wintergarten, aber originär doch Spanien, und España ist wiederum Mitglied im vereinten Euro-Land. Oder etwa nicht? Allgemeinwissen rund um den völkervereinenden Geldbeutel konnten die Berliner gestern beim Euro-Quiz im Roten Rathaus unter Beweis stellen - und, zugegeben, einmal zuckte der Finger an der Computermaus: Wo mit Euro zahlen? "Lummerland" - geschenkt. Schweden, Malta, Monaco? Das Fürstentum ist richtig, dort gilt der Franc.

Wer also wird gewinnen? Die deutsche Hauptstadt nicht, und wir wissen jetzt auch, warum. Nein, weniger deswegen, weil keiner T-Shirts mit Wowereit-Autogramm als Quizpreis wollte - im Gegensatz zu den Zehn-Mark-Gedenkmünzen. Das muss an den Euro-Taschenrechnern liegen, ebenfalls eine Party-Prämie. Denn der Umrechnungskurs, der auf den gesponserten Rechnern aufblinkt, ist falsch, weil veraltet: Nicht 1,969 Mark, liebe Banker, sondern 1,95583 D-Mark ist der Euro wert. So kann das ja mit der Haushaltssanierung nichts werden.

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