Von Tag zu Tag : Eingepreist

Bernd Matthies betrachtet gelassen den Baugrund unterm Schloss.

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Wer in den Berliner Untergrund geht, der findet oft, was er nie gesucht hat. Beispielsweise massive Pfähle, die beweisen, dass Bauen im Sumpf auch schon vor Erfindung der Dampframme möglich war. Mal treten sehr alte Hausfundamente zutage, mal wabert ein Sumpf. Im Ergebnis bedeutet all das aber nur, autsch, es wird schon wieder alles teurer.

Was nun im Untergrund des Schlossneubaus entdeckt wurde, ist auch einfach nur prähistorischer Matsch, aber hübsch komprimiert zu – Kohle. Schwarzes Gold nennen wir die gern, aber dieser euphorische Begriff stammt aus den Zeiten der Dampflok, als das Klima noch vom Herrgott gemacht wurde und der Dreck in der Luft niemanden störte. Heute braucht sie kaum noch jemand.

Also wird Berlin nicht zum Revier, kein Bergmann muss dereinst in die Zeche Lustgarten einfahren, um die Hauptstadt mit Energie zu versorgen. Nur weg muss das Zeug trotzdem, weil sich darauf wohl nicht gut bauen lässt, das kostet 450 000 Euro. Wir halten sicherheitshalber genau fest, was der Chef der Schloss-Stiftung, Rettig, dazu sagt: Alles bekannt, alles eingepreist, keine Verzögerung.

Womöglich ist das Renommierprojekt noch vor dem Flughafen fertig? Schade, dass ihnen dort die Kohle vom Schlossgrund so gar nichts nützt.

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