Von Tag zu Tag : Eis-Mücken

Andreas Conrad begibt sich in der kommenden Nacht auf Jagd.

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Foto: dapd

Mit der Sonne naht die Plage. Man hört sie kommen, eine erste Attacke in der Dämmerung, dann die ganze Nacht hindurch ein Blutbad im Kleinen. Die Mücken sind zurück, Beginn des alljährlichen gnadenlosen Kampfes um die Lufthoheit zwischen Mensch und Tier. Ein Kräftemessen, das bisher jeder für sich zu bestehen hatte, zum rein privaten Zweck, die Stichquote möglichst niedrig zu halten. Die wichtigsten Waffen: Staubsauger, Fliegenklatsche, Zeitung oder flache Hand. Doch nun kann man der Liste der Anti-Mücken-Waffen ein weiteres Abwehrmittel hinzufügen: das Schraubglas oder verwandte Gefäße. Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg kann schließlich für seinen geplanten Mückenatlas mit plattgedrückten, kaum mehr zu identifizierenden Exemplaren nichts anfangen. Man möge also nicht zuschlagen, sondern – so die Anleitung für ehrenamtliche Mückenjäger – abwarten, bis sich eine Mücke irgendwo niederlasse, ein Gefäß drüberstülpen und verschließen, fertig. Oder doch fast, denn es bleibt der Tötungsakt. Die Mückenkartografen empfehlen als humane Methode das Gefrierfach. Ein Tag nur in der Eiseskälte, dann sei das gefangene Exemplar transportfähig und könne eingesandt werden.

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