Von Tag zu Tag : Endzeit

Andreas Conrad findet nicht jeden Weltuntergang bedrohlich

Eigentlich schade, dass Regisseur Roland Emmerich seine Aliens in „Independence Day“ erst Jahre nach dem Mauerfall über die Erde herfallen ließ. Fliegende Untertassen, die mit ihren Feuerstrahlen den antifaschistischen Schutzwall atomisieren – das hätte man ohne Weiteres als politische Botschaft deuten können, es hätte auch ein wenig damit versöhnt, dass der Rest von Berlin dabei ebenfalls flöten gegangen wäre. Aber die Mauer war eben, als dieser Schocker ins Kino kam, schon lange perdu.

Nun steht, am heutigen Sonntag am Potsdamer Platz, erneut eine Emmerich-Premiere vor der Tür, der Film heißt „2012“, und wieder geht die Welt unter. Diesmal allerdings geschieht dies genau am Vorabend des Tages, da alle Welt den Beginn einer neuen Welt vor 20 Jahren feiert, was sogar, soweit man das bisher beurteilen kann, ohne jegliche Beteiligung von Marsianern oder sonstigen Außerirdischen vonstattenging. Nur ein zufälliges Zusammentreffen der beiden Termine – oder doch eine Stellungnahme zur Weltgeschichte? Wie auch immer: Für Krenz & Co. war der 9.11.89 auf jeden Fall ein Weltuntergang.

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