Von Tag zu Tag : Ey Alder, Kohle!

Bernd Matthies fahndet nach Räubern in Teltow-Fläming.

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Kreuzberg? Ist überall. Vor allem, wenn man aus der Perspektive des Landkreises Teltow-Fläming um sich blickt, wo der Horizont so weit ist, dass er allerhand unheimliche Vermutungen zulässt über das, was sich jenseits befindet. Im Juli haben drei maskierte Räuber eine Spielothek in Dahlewitz überfallen – und die Polizei ist sich nun in ihrem Fahndungsaufruf ganz sicher, dass das keine eingeborenen Teltow-Fläminger waren. Denn: Einer von ihnen, ein südländischer Typ, sprach „Deutsch mit Akzent“, und der andere, vermutlich türkischstämmig, „Deutsch mit typischem Kreuzberger Dialekt“.

Mal nachgedacht. War das jetzt einer, der sich mit einem berufstypischen „Halt die Schnauze, Alta, sonst mach ick dir kalt!“ Respekt verschafft hat? Oder gilt draußen im Lande nicht längst etwas ganz anderes als kreuzbergerisch, jener Dialekt, den wir Insider eher in Neukölln verorten würden? „Ey Alder, Kohle, sonst isch mach disch platt“ – war eventuell das gemeint?

In letzter Konsequenz wäre sogar das Schwäbische ein aktueller Kreuzberger Dialekt, worauf auch die Mitteilung hinweist, der dritte Räuber sei von „gepflegter Erscheinung“ gewesen. Aber unsere Landsleute aus dem Südwesten überfallen garantiert keine Spielotheken. Jedenfalls nicht in Dahlewitz.

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