Berlin : Von Tag zu Tag: Filmriss

Bernd Matthies

Es ist ja so, dass das Rasen mit dem Auto schädlich ist, und verboten sowieso. Dennoch passiert es manchmal, wie solche Dinge eben passieren, dann trifft der infrarote Blitz unsere Nasenwurzel, und wir warten interessiert, was die Sache denn kosten mag. Oft lautet die Antwort: nichts. Denn der blaue Brief bleibt aus. Aber warum?

Kommen Sie nie drauf: Film alle. Am 13. November war es wieder so weit: LPVA II C 13, wie die Polizeidienststelle ganz oben heißt, hat keine Radarfilme mehr. Und damit nun nicht wieder einer über die Finanzsenatorin jammert, heißt es im Fernschreiben der Polizei gleich dazu, dies liege an den "vertraglichen Bestimmungen mit der Herstellerfirma". Nächste Lieferung: 49. Kalenderwoche. Und die Dienststellen sollen doch bitte tauschen, wenn sie können.

Vertragliche. Bestimmungen. Das kann nun heißen, dass die Polizei über Gebühr durch die Gegend geknipst hat und folglich selbst schuld ist an dieser Situation. Oder, dass sie Verträge schließt, die den Gegebenheiten des polizeilichen Alltags, ähm, nicht angemessen sind. Wird es im nächsten Rundschreiben heißen, man habe wegen vertraglicher Bestimmungen nun kein Benzin für die Funkwagen mehr? Müssen wir damit rechnen, dass die Dienstpistolen demnächst ungeladen bleiben, weil LPVA II C 13 keine Munition mehr hat?

Dies könnte die Polizeiarbeit sehr zu ihrem Nachteil verändern. Zum Beispiel bei der sog. fußläufigen Nacheile im Verbrechensfall: "Halt! Stehenbleiben, oder ich schieße in der 49. Kalenderwoche!"

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