Von Tag zu Tag : Flohmarkt

Bernd Matthies sieht den Flughafen Tempelhof im Provinziellen versinken

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Projekte sind immer gut. Projekte stehen für Aufbruch in die Zukunft - jeder sollte eins haben. Der Flughafen Tempelhof hat jetzt zur Zwischennutzung sogar 25 Projekte. Und fast alle erwecken den Eindruck, dass hier auch ohne Schrebergärtner der größte Schrebergarten der Stadt entstehen soll.

Wir kennen diese Art der liebenswürdigen, aber komplett brotlosen Beschäftigung mit sich selbst von zahllosen Beispielen. Immer geht es darum, dass sich junge und alte, behinderte und nichtbehinderte Menschen mit und ohne Migrahi generationsübergreifend im angstfreien Miteinander voller Respekt vor der Umwelt spielerisch und erlebnisorientiert begegnen – eine Art Riesen-Flohmarkt mit selbstgezogenen Möhren, auf dem sich permanent Selbsthilfegruppen mit Elektromobilen umkreisen, während die anwesenden Jugendlichen intensiv sozialbearbeitet werden.

Nichts gegen jedes einzelne dieser Projekte. Aber in der offenbar vorgesehenen Häufung wird aus dem Flughafen ein grün-alternatives Krähwinkel ausschließlich für jene, die ohnehin zu den Projekten gehören. Wen soll das draußen interessieren?

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