Von Tag zu Tag : Frühdienst

Bernd Matthies hat eine stille Revolution im Senat aufgespürt

Ein Berliner Ritual wird geändert – ein Ritual, dem nicht einmal der Mauerfall etwas anhaben konnte. Die dienstägliche Pressekonferenz nach der Senatssitzung, die seit ca. Albrecht dem Bären um 14 Uhr stattfindet, wird ab sofort auf 13 Uhr vorverlegt. „Ja, und?“, sagen Sie, aber wir antworten: eine Revolution. Schlimmer, noch: ein Paradigmenwechsel. Oder irgendwas in der Richtung.

Doch was steckt dahinter? Mag sein, dass der Senat ab sofort am Dienstag früher antritt, um früher fertig zu sein und noch einen halben Tag gepflegt durchregieren zu können – dann müsste der Regierende womöglich abends früher ins Bett. Oder man hat beschlossen, dass die Sitzungen wegen der übergroßen Harmonie innerhalb der Koalition verkürzt werden können. Oder Senatorin Lompscher hat über dem Tisch Energiesparlampen einschrauben lassen, und nun hält kein Senator das Geflacker und die käsigen Gesichter der Kollegen länger als eine Stunde aus.

Was? An den Journalisten kann es nicht gelegen haben, die stehen ungern so früh auf? Also bitte: Das weisen wir hier mit aller Deutlichkeit zurück.

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