Von Tag zu Tag : Frust frei

Bernd Matthies sieht Zusammenhänge an der Humboldt-Universität.

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Immer wieder bewahrheitet sich, dass das größte Problem der Universitäten die Studenten sind, pardon: die Studierenden. Namentlich die Forschung ließe sich besser ohne sie organisieren, und nicht immer genügt es, für 30 Minuten zurückzutreten, wie es gerade Jan-Hendrik Olbertz, der Präsident der Humboldt-Uni, tat. Er setzte damit zwar einen Schritt zur Fakultätsreform durch, aber offenbar auch Frust frei. Denn wie wäre sonst zu erklären, dass wenig später ein Porträt des Wissenschaftlers Adolf Butenandt aus den heiligen HU-Hallen geklaut wurde? Der sei ein Nazi gewesen, hieß es – kein Geheimnis, denn das stand auch unter dem Porträt. Aber das genügt den hitzigen Studierenden nicht. Sie wollen „rassistische Strukturen entlarven“, das ist im Moment große Mode in der Stadt und passt irgendwie immer. Olbertz aber hat sein bestes Mittel nun leider verspielt: Auch wenn er eine Stunde lang zurücktritt, kriegt er den Butenandt wohl nicht wieder.

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