Berlin : Von Tag zu Tag: Fuchs, du ...

Andreas Conrad

Der Fuchsjagd hat Friedrich I., König in Preußen, doch gewiss schon von Berufs wegen gefrönt. Vielleicht hat er sogar in der Gegend des späteren Checkpoint Charlie sein waidmännisches Werkzeug gezückt. Gibt es nicht noch immer funktionierende Bindungen zwischen dem, nun, zugegebenermaßen abgedankten preußischen Herrscherhause und dem noch amtierenden in Britannien? Und nennen sie dort nicht freundschaftlich die auf stolzen Rossen zu jagenden Füchslein "Charley"?

Charlie oder Charley, das ist ziemlich schnuppe und kann kein Zufall sein. Und die Amis, die einst Herr waren über den füchsischen Checkpoint? Nannten den Vietcong ebenfalls Charlie. Jagten ihn wie die Briten ihre Füchse. Und für einen blutigen Scherz waren die kleinen Männer in ihren Sandalen aus Gummireifen allemal gut: "Charlie surft nicht", stellt in Coppolas "Apocalypse Now" ein Offizier grimmig fest und jagt seine Mannen auf ihren Brettern in die Brandung. Und Forrest Gump klagte, er habe im Dschungel immer nur nach einem Mann namens Charlie suchen müssen.

Soll man also die alten britischen Traditionen wieder zu preußischen umdeuten, sie gerade in diesen Jubeltagen aufleben lassen, ob am Checkpoint Charlie oder im Grunewald? Tollkühn rufen wir einfach mal ja - und haben schon, nunmehr eher den Hasen gleich, wieselflink Reißaus genommen. Die rhetorischen Breitseiten nach solch einem waidmännischen Vorstoß wären einfach tödlich.

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