Von Tag zu Tag : Für Olympia

Klaus Kurpjuweit versteht, warum die Straßenbahn an Ampeln warten muss

Klaus Kurpjuweit

Wir haben gesehen, dass es funktioniert. Sogar in Berlin. Und das muss jetzt reichen. Wunderbar kam die Straßenbahn voran, als sie Vorfahrt an den Ampeln hatte. Aber klar, dass es so nicht bleiben kann, wenn in der Stadt mal etwas los ist. Zum Beispiel, wenn Fußball-WM ist. Dann müssen die Autofahrer vorankommen, auch wenn sie allein im Fahrzeug sitzen. Daneben kann die vollbesetzte Tram doch ruhig am Haltesignal stehen. Und wenn das dann so schön funktioniert, weil die Fahrgäste ja unendlich geduldig sind, kann man danach auch alles so lassen. In Berlin ist schließlich immer etwas los. Schon 2009 soll die Weltmeisterschaft der Leichtathleten die Massen ins Olympiastadion ziehen, 2011 folgt dann bei den Weltmeisterschaften der Fußball-Frauen bereits wieder ein wichtiges Spiel im Stadion. Und wer weiß? Vielleicht darf die Stadt ja nach dem Jahr 2300 sogar wieder Olympische Spiele austragen. Auch dann brauchen wir die freie Fahrt auf den Straßen. Dazwischen auch der Straßenbahn mal wieder Vorrang zu gewähren, lohnt sich wirklich nicht. Dumm nur, dass wir das erst erkannt haben, nachdem schon 36 Millionen Euro für die Tram ausgegeben worden sind. (Seite 14)

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