Von Tag zu Tag : Fürs Klima

Klaus Kurpjuweit beneidet die Hamburger um ihren Nahverkehr

Klaus Kurpjuweit

Da schau an: Bahnen und Busse werden fast überall voller – und keiner weiß so recht warum. In Hamburg sind die Experten sicher, dass die hohen Spritpreise mehr Fahrgäste zum Umsteigen vom Auto auf den Nahverkehr bewegt haben. Solche Schlüsse will man in Berlin noch nicht ziehen. Dies sei zu früh, heißt es an der Spree. Dabei wollen die Berliner doch sonst immer ganz schnell sein. Wie bei der Umweltzone mit Fahrverboten für Autos in der Innenstadt, die nicht die Abgas-Normen erfüllen. Hamburg dagegen hat seinen Nahverkehr verbessert und lässt die U-Bahn abends bis gegen 21 Uhr alle fünf Minuten fahren, wenn die Berliner zu dieser Zeit längst bis zu zehn Minuten auf eine Bahn warten müssen. Auch das zählt bei der EU als Schritt, um den Feinstaubanteil in der Luft zu senken. Und auch deshalb sei die Zahl der Fahrgäste gestiegen, heißt es in Hamburg. Egal: Weil der Feinstaub-Anteil von sehr vielen Faktoren abhängt, wird sich bei den Messungen ein Zusammenhang mit der Umweltzone oder mit dem Fünf-Minuten-Takt im Abendverkehr wohl kaum exakt beweisen lassen. Ein besseres Nahverkehrsangebot dagegen ist sofort zu spüren. Leider nicht in Berlin.

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