Von Tag zu Tag : Ganz privat

Ulrich Zawatka-Gerlach lobt einen Technoklub für seine Einsicht

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Berghain beklagt sich nicht, sondern zahlt aus eigener Tasche. Wer einen so harten Türsteher hat wie der Technoklub am Ostbahnhof, darf sich auch nicht beschweren, wenn die Wettbewerbshüter in Brüssel noch viel härter sind – und neun Monate brauchen, um zu prüfen, ob die Betreiber des legendären Klubs an staatliche Fördertöpfe dürfen. So ist das Geschäft, und das Berghain ist geschäftstüchtig genug, um vor den Türen der EU-Bürokratie nicht Schlange zu stehen, sondern den geplanten neuen Szenetempel im ehemaligen Heizkraftwerk aus eigener Kraft zu bauen. Es hätte sicher einen gewissen Charme gehabt, wenn der sehr spezielle Partybetreiber seine kulturellen Ambitionen aus dem ehemaligen SED-Vermögen finanziert hätte. Die Berghain-Filiale wäre in diesem Fall sogar in den Status der Gemeinnützigkeit versetzt worden. Ein wirklich komisches Ergebnis staatlicher Förderrichtlinien. Nein, so wie es sich jetzt mit dem freiwilligen Subventionsverzicht gefügt hat, ist es schon richtig. Berghain-Klub und sein neuer Eventkubus bleiben eine ganz private und kommerzielle Angelegenheit. Wer reich und sexy ist, braucht keine Staatsknete.

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