Von Tag zu Tag : Gefällt nicht

Bernd Matthies nimmt den Ernst-Reuter-Platz ein wenig in Schutz.

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Ein gesellschaftliches Todesurteil! Der Ernst-Reuter-Platz hat eine Facebook-Seite – und exakt vier Nutzer urteilen „Gefällt mir“; vier von gefühlten vier Millionen, die ihn täglich genervt umrunden. Wir sehen: Gefallen kann der ureigene West-Berliner Verkehrsknotenpunkt niemandem so richtig, die meisten betrachten ihn als notwendiges Übel oder nervende Fahrschul-Falle.

Seit Edzard Reuter familienbedingt gegen den Zustand des Platzes protestiert hat, ist das Unbehagen allgemein. Doch was lässt sich dagegen machen? Nun steht ein Kongress bevor, der Ideen bündeln und neue Wege weisen soll. Was bisher vorliegt, stammt aus dem bekannten Werkzeugkasten. Mehr Läden und Cafés, mehr Fußgänger und Radler, nicht autogerecht, sondern autoungerecht. Ob allerdings mehr Menschen die öde Platzmitte besuchen, nur weil es statt des Tunnels einen Überweg auf Straßenniveau gibt?

Kann klappen, muss nicht. Auch die 50er Jahre haben es irgendwie verdient, dass man sich an sie erinnert, nicht alles grün übertüncht. Auch wenn das nicht zum Facebook-Gefallen reicht . (S. 10)

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