Von Tag zu Tag : Geisterbahn

Klaus Kurpjuweit fahndet nach zusätzlichen Kapazitäten in Schönefeld

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Ein Satz reicht – und schon wird in Schönefeld am noch nicht eröffneten Flughafen eine dritte Start- und Landebahn gebaut. Zumindest in den Köpfen von Anwohnern, die eine Äußerung des Architekten, eine Absprache zwischen SPD und CDU in den Koalitionsverhandlungen und sogar die Flugrouten zu einem Ahnungstrank zusammen rühren. Nichts Genaues weiß man zwar nicht, aber es reicht, um heute in Schönefeld auch gegen eine dritte Piste zu protestieren. Man kann ja nie wissen.

Planen wir mal mit: Zwei Bahnen reichen, um weit mehr als 50 Millionen Passagiere pro Jahr durch den Flughafen bugsieren zu können. Genehmigt ist der Ausbau für maximal 45 Millionen Fluggäste, mehr als doppelt so viel wie heute. Da selbst im Tourismus solche Steigerungsraten nicht zu erwarten sind, müssten sich die Berliner und Brandenburger kräftig vermehren, um so zahlreich in die weite Welt fliegen zu können. Und brächten wir es dann irgendwann vielleicht einmal auf zehn Millionen Hauptstädter und Märker, dann läge der Flughafen Schönefeld vermutlich mitten in der City – wie heute Tempelhof und Tegel.

Dann würde wohl keine neue Piste, sondern gleich ein neuer Flughafen ganz weit draußen gebaut. In Sperenberg vielleicht. Mit mindestens sechs Pisten. Schließlich lernt man dazu. Gelegentlich jedenfalls. (Seite 13)

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