Berlin : Von Tag zu Tag: Genial gespart

Bernd Matthies

Immer das Gemecker über Berlin, unsere Hauptstadt. Dabei ist es doch so, dass hier einfach nur die Zukunft heute schon gemacht wird. Diese Zukunft wird vom Sparen bestimmt, und deshalb kommen auch die genialsten Ideen zum öffentlichen Sparen aus Berlin, allen voran der Plan, die Pensionsgrenze der Lehrer auf 68 Jahre hinauszuschieben.

Das klingt zunächst relativ wahnsinnig, da ja überhaupt nur noch ein Prozent der Lehrer bis 65 durchhält und die Kollegien ohnehin überaltert sind. Doch der Trick besteht darin, dass jene, die früher gehen - also alle - die Pension gekürzt bekommen, und das spart. Rein rechnerisch ist es also möglich, die Pensionsgrenze der Lehrer auf 110 oder, sicherheitshalber, 120 Jahre anzuheben und damit die Staatsfinanzen auf einen Schlag zu sanieren; stirbt einer freundlicherweise im Dienst, könnte das Durchschnittsalter dennoch gesenkt werden, nämlich durch Nachrücken acht- bis zehnjähriger Referendare, die dann im Laufe vieler Jahre Arbeit zu erfahrenen Pädagogen heranreifen.

Auch die Polizisten übrigens, ein Haufen Leute, bilden ein enormes Sparpotenzial. Sie sind besser trainiert, also bis etwa 80 in der Verbrechensbekämpfung noch zu gebrauchen, und sie könnten dann langsam pensioniert werden. Allerdings: Man könnte die Kommissare im Ruhestand dazu verpflichten, in der Öffentlichkeit weiterhin Uniform zu tragen, damit satt Grün auf die Straßen kommt. Das will der Bürger! Und wenn die Polizeisenioren mal müde werden, setzen sie sich eben kurz auf die Parkbank.

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