Von Tag zu Tag : Genug geklappert

Andreas Conrad hat als Autofahrer für Störche wenig übrig

Der Storch hatte bislang kein Imageproblem, im Gegenteil. Generationen von Kindern wurde weisgemacht, sie hätten ihre Existenz allein diesem gefiederten Freund zu verdanken. Gewiss, Papi und Mami hatten sich ein Kindlein gewünscht, aber vollbracht hat dieses Wunder dann Meister Adebar, die geknotete Windel mit dem friedlich schlummernden Baby im ausnahmsweise mal nicht klappernden Schnabel. Bei Bauern stand der Vogel ebenso in gutem Ruf, stolzierte er doch hinter den Mähdreschern her und vertilgte einen aufgeschreckten Schädling nach dem anderen. Und auch sportlich war solch ein Storch Gegenstand der Bewunderung, wie er jahrein, jahraus zwischen hiesigen und afrikanischen Wiesen hin- und herglitt. Doch nun das: Blockadepolitik aus heiterem Himmel! Autobahnsperrung, Stau, vermutlich zeternde Kinder, durstig jaulende Schoßhunde, ins Lenkrad beißende Familienväter – und das nur, weil solch ein Untier sich auf der Autobahn niederzulassen geruhte. Als hätte der gebeutelte Autofahrer nicht schon Probleme genug.

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