Berlin : Von Tag zu Tag: Gerlinde im Käfig

Stephan Wiehler

Gerlinde Jänicke hat genug von unserer herzlosen Gesellschaft. Von Mitmenschen ohne Mitgefühl, die ihre treuen Haustiere irgendwo aussetzen, bevor sie in den Urlaub fahren, um am Strand von Arenal oder anderswo die Sau rauszulassen. "Es reicht!" findet die 28-jährige Radio-Moderatorin, die weiß, wie verletzlich die Seelen unserer tierischen Freunde sind. Sie selbst hat nämlich gleich vier davon, ein Pferd, zwei Hunde und ein Kaninchen. In nächster Zeit müssen Vertigo, Gina, Jackie und Dennis Hopper allerdings ohne Frauchen auskommen. Denn Gerlinde Jänicke hat beschlossen, ein Zeichen zu setzen gegen die Lieblosigkeit der Menschen gegenüber ihren Mitgeschöpfen. Gerlinde Jänicke lässt sich einsperren. Vom heutigen Freitag an moderiert die Journalistin ihre tägliche Sendung "Gerlinde am Morgen" aus einem Käfig im Tierheim Lankwitz. Dort will sie hautnah nachempfinden, wie sich heimatlose Tiere fühlen. Und sie kündigt an, nicht eher ins Studio des Berliner Rundfunks zurückzukehren, bis sie die Herzen ihrer Hörer erweicht hat, sich bereit zu erklären, 20 Tierheimbewohnern ein neues Zuhause anzubieten. "Wenn es nötig ist, bleibe ich tagelang im Käfig - auch über Nacht", kündigte Gerlinde Jänicke an. Hier spricht ein entschlossener Charakter, wie er selten ist in einer Branche von Berufszynikern, die sich hinter ihren Schreibtischen vor großen Taten verstecken. Das ist der Stoff zu einer Story im Kinoformat: Eine Frau wählt ein Leben hinter Gittern - für die Freiheit der Tiere. Deshalb rufen wir Sie auf: Retten Sie Gerlinde Jänicke vor fiesen Kampfhundwaisen und verbitterten Hamstern! Adoptieren Sie ein Tier - oder geben Sie Gerlinde Jänicke ein neues Zuhause.

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