Von Tag zu Tag : Gesundheit!

Lars von Törne fühlt sich von Seuchenexperten alleine gelassen

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Illustration: Promo

Sie sehen aus wie Werbeposter für eine neue Trendsportart. „Do the Sleeve Sneeze“ lautet der Slogan – Mach den Ärmelschnäuzer! Die grünen Pop-Art-Plakate hängen quer durch die kanadische Metropole Toronto an Bushaltestellen, in U-Bahnstationen und öffentlichen Gebäuden. Mit diesen Plakaten sowie mit illustrierten Anleitungen zum richtigen Niesen, Naseputzen und Händewaschen wollen die Stadtoberen jenseits des Atlantiks die Ausbreitung von Epidemien verhindern – von der Schweinegrippe bis zum Sars- Virus, das Toronto vor sechs Jahren wochenlang lahmlegte.

In Berlin wären die poppigen Poster ebenfalls angebracht. Zwar empfehlen auch unsere Infektionsbeauftragten besorgten Bürgern als Schweinegrippe-Prophylaxe das Niesen in den Ärmel. Aber wenn es praktisch wird, bleibt man alleine: In welchen Teil des Ärmels niese ich? Gilt das auch für verstopfte Nasen? Ab wann ist das Taschentuch angebrachter? Die Torontoer Behörden geben auf jede Frage eine Antwort und vermitteln ihren Bürgern mit dem poppigen Sleeve-Sneeze- Slogan auch noch das Gefühl, Teil einer angesagten Bewegung zu sein. In Berlin niest jeder für sich allein.

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