Von Tag zu Tag : Glücklos

Stefan Jacobs über Behörden, die am liebsten kleine Fische jagen.

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Millionen Berliner schlafen nachts schlecht, weil sie ständig von Geldhaufen, tiefergelegten Geländewagen und einem Platz an der Sonne mit Sofortrente im eigenen Wolkenkuckucksheim träumen. Kein Wunder, denn Glücksspiel kann bekanntlich süchtig machen. Entsprechend konsequent gehen die Behörden dagegen vor, wie das herbstliche „Riviera-Fest“ im Köpenicker Ortsteil Grünau zeigte. Dort hatten Sponsoren Preise für 1000 Euro gestiftet, auf dass die Besucher Lose kaufen für einen Euro pro Stück. Die Einnahmen sollten dem Förderverein der Grünauer Gemeinschaftsschule zugutekommen. Doch das Bezirksamt warnte, dass eine solche Tombola verbotenes Glücksspiel wäre. So blieb statt der Verlosung nur ein Spendenaufruf – sehr zum Wohlgefallen der Beamten, die nach Auskunft von Beteiligten tatsächlich kontrollieren kamen. Der Kassensturz ergab jetzt 270 Euro. Hinzu kommen ein paar Münzen durch den Verkauf von Pflanzen aus dem Schulgarten. Ob dafür korrekt Umsatzsteuer entrichtet wurde, wird sich sicher durch den Einsatz der Steuerfahndung klären lassen. Ordnung muss schließlich sein, wenn sie so einfach herzustellen ist.

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