Von Tag zu Tag : Heimvorteil

Christian van Lessen is(s)t als Berliner gern unter Touristen

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Muss sich der Berliner rund um die Touristenhochburg Hackescher Markt als Randfigur fühlen? Nicht unbedingt. Wer beispielsweise in einem der vielen Lokale nach dem Preis eines angebotenen, aber nicht ausgepreisten Mittagsgerichts fragt, sollte sich nur selbstsicher als Berliner oder als Beschäftigter eines der benachbarten Büros ausgeben. So hat er die Chance, drei Euro zu sparen. Touristen zahlen den vollen Preis fürs Essen. Anders könne man nicht so günstig kalkulieren, heißt es im Lokal hinter vorgehaltener Hand. Der Berliner aber darf sich erfreut wundern und hoffen, dass der Tourist am Nachbartisch nichts merkt. Die Tourismus-Werber, darauf angesprochen, wollen das gar nicht glauben und wissen nur von oft üblichen Sonderkonditionen für bestimmte Lokalnachbarn. Die Gaststätten-Innung zeigt sich auch überrascht und weist nur darauf hin, dass Endpreise stets klar ersichtlich sein müssten. Wie auch immer: Eingeweihte sollten den Berliner Heimvorteil nutzen, wobei etwas Dialekt gar nicht schaden kann. Sie dürften nur nicht den Fehler machen, im Lokal nach dem Weg zum Alex oder sonst wohin fragen: Das könnte teurer kommen.

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