Von Tag zu Tag : Hin und jeck

Stefan Jacobs erklärt Berlin für narrensicher

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Diese Meldung verdarb selbst gefestigten Spaßbremsen ihre ohnehin schlechte Laune: Eine Million Besucher beim Karneval in Berlin! Zwar stammte die Zahl vom Veranstalter und enthielt deshalb vielleicht eine Null zu viel, aber Furcht flößte sie dennoch ein. Bis ein Leser per Mail vorrechnete, dass die Karnevalisten uns zum Narren gehalten haben. Der Beweis: vier Kilometer Paradestrecke mit zwei Straßenseiten macht bei einer Million Besuchern 125 Personen pro Meter. Wenn jeder 50 Zentimeter beansprucht, ergibt das mehr als 60 Zuschauerreihen. Der Urheber dieser Rechnung stammt übrigens aus Köln. Hinzu kommt, dass Ottonormaljeck ja meistens ziemlich breit ist in der fünften Jahreszeit, sodass es real wohl noch weniger Zuschauer waren. Außerdem hätten die 60 Zuschauerreihen in Berlin gar keinen Platz, weil der Radweg unbedingt freigehalten werden muss oder sonst ersatzweise vom nächsten Nutzer („Klingeling, weg da!“) zwangsgeräumt wird. Der Karneval, zumindest der rheinische, bleibt also in Berlin eine Randerscheinung wie Falun Gong oder die unaufgeforderte Beseitigung von Hundehaufen. In diesem Sinne ein herzliches Kölle Alaaf und Düsseldorf Halali! Und damit zurück zur schlechten Laune.

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