Von Tag zu Tag : Hin und weg

Stephan Wiehler reißt für Freiräume gerne mal was ein.

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Was weg ist, ist weg, ein jegliches hat seine Zeit. Die ist in einer Stadt wie Berlin, deren steinerne Zeugnisse eher jüngerer Vergangenheit entstammen, kurz bemessen. Was dem einen der Palast der Republik war, ist dem anderen die Deutschlandhalle gewesen: Anlass, ein paar Tränen zu vergießen, die aber gewissermaßen schon im aufgewirbelten Staub des Abrisses getrocknet sind. Und schon geht der Berliner zum Tagesgeschäft über, nimmt die Kelle in die Hand und baut was Neues, und sei es ins Kleid eines alten Schlosses gehüllt.

Jung wie die Stadt im Vergleich zu ihren deutschen Cousinen jenseits des Limes nun mal ist, macht sie kein großes Gewese um das, was gewesen ist. Schon gar nicht um die sogenannten Bausünden der sechziger und siebziger Jahre, als es galt, schnell und billig etwas hochzuziehen, was heute ebenso fix niedergerissen wird, wo Platzbedarf ist. Den Freiraum nehmen wir uns. Mit Mut zur Lücke, wie ihn der frühere CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky zeigte, als er den Abriss des Schöneberger Sozialpalastes forderte. Und das Neue Kreuzberger Zentrum am Kotti? Könnte auch mal weg.

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