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Stefan Jacobs freut sich über neue Rechte und Pflichten für Radler

Stefan Jacobs

Märzrevolution: Im Schlosspark Charlottenburg ist jetzt endlich das Radeln teilweise erlaubt. „Weil es sich eingebürgert hat“, wie die Schlösserstiftung wissen ließ. Dass es sich trotz Stiftungssäbelrasseln und Bußgelddrohungen einbürgern konnte, hat wohl auch damit zu tun, dass es sich bei einem der jetzt freigegebenen Wege um eine überregionale Radroute handelt, das Verbot also stark nach Schikane roch.

Die Freigabe ist auch deshalb gut, weil sie das Radfahren aus der Anarcho-Ecke holt, in die es nicht gehört. Manchem schwillt ja schon beim Anblick eines Radlers der Kamm. Während der von der Straße weggehupte und von träumenden Fußgängern verfluchte Radler sich irgendwann sagt: Wer keine Rechte hat, hat auch keine Pflichten. So fährt er dann auch.

In Charlottenburg haben die Radler jetzt beides. Vielleicht geht der Schlosspark ja in die Geschichte ein als Ort, an dem die Anarchie der geordneten, friedlichen Koexistenz gewichen ist. (Seite 13)

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