Von Tag zu Tag : Höhlenmob

Gunda Bartels will tanzen, trinken und trotzdem die Welt retten.

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Ja, das geht auf den Stromzähler, wenn Partypeople in fensterlosen, Clubs genannten Höhlen unterm flackernden Stroboskoplicht rund um die Uhr zu wummernden Beats tanzen. Höchste Zeit also, dass der Umweltverband BUND die krasse Energieverschleuderung deutscher Clubs aufspießt. Schlimme 90 Tonnen Kohlendioxid stößt ein mittelgroßer nämlich im Jahr aus, wurde dort ermittelt. Anlass genug, heute die Aktion Clubmob zu starten. Mit an vorderster Front im Kampf um den Status als klimaneutrales Lokal ist das politisch stets überaus korrekte SO 36. Die Kreuzberger Feierhalle lädt als erster der fast 300 Clubs der Stadt zur umweltbewussten Tanzparty. Alle Einnahmen werden komplett reinvestiert – und zwar in die Verbesserung der Energiebilanz. Die wäre durch das Trinken warmen Bieres und die Umwandlung der kinetischen Energie zappelnder Tänzer in elektrischen Strom sicher positiv beeinflussbar. Statt dessen werden neue Kühlaggregate und LED-Leuchten empfohlen. Auch gut. Hauptsache, die Beats wummern weiter, sonst kommt keiner, und Clubmob ohne Leute geht ja nicht.

SO36, Oranienstraße 190, ab 23 Uhr

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