Von Tag zu Tag : Hört, die Signale!

Stefan Jacobs ahnt, warum die S-Bahn in letzter Zeit ständig Ärger macht.

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Immer wieder Probleme bei der Berliner S-Bahn.
Immer wieder Probleme bei der Berliner S-Bahn.Foto: dpa/ Lukas Schulze

Konnten Sie gestern auch ein Türchen öffnen? Oder klebte ein Zettel mit der Aufschrift „Türstörung“ dran? Oder sind Sie schon vorher ausgeschieden, weil die Blech-Else aus den Bahnhofslautsprechern so lange von „Verzögerungen im Betriebsablauf“ gesäuselt hat, dass Sie doch lieber auf die BVG umgestiegen oder wieder nach Hause ins Bett gegangen sind?

Verzögert wird der Betriebsablauf bei der S-Bahn entweder durch den noch nicht lange im Repertoire befindlichen, aber sehr vermehrungsfreudigen „Schadzug“, bei dem ein bisschen mehr als nur eine Tür klemmt. Oder durch Weichenstörungen wie Mittwoch in Oranienburg. Oder durch Schrankenstörungen wie am selben Tag in Lichtenrade und Marienfelde. Oder durch Signalstörungen wie Dienstag an der Warschauer Straße und Donnerstag in Tempelhof.

Signalstörungen scheinen ansteckend zu sein wie die Vogelgrippe und in ihrem Effekt ebenso großräumig: Wenn in Tempelhof ein Lichtlein ausgeht, haben Zigtausende von Westend bis Ostkreuz was davon. So steht die morgendliche Arbeiterbewegung unbewegt auf dem Bahnsteig. Einst sang sie: „Völker, hört die Signale…“ Jetzt seufzt sie: „Volker stört die Signale.“

Als Beförderungsfall in der Beförderungsfalle fragt man sich, warum sich der Ärger so häuft in letzter Zeit. Die Antwort: Winter; seit gestern auch offiziell (meteoro-logisch)! Da zieht die S-Bahn einfach ihr seit Jahren erprobtes Winterprogramm durch. Nur eben ohne Schnee.

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