Von Tag zu Tag : Hört die Worte!

Bernd Matthies zweifelt am Sinn einer Brandenburger Charme-Offensive

Bernd Matthies

Bischof Huber ist spätestens auf dem Kirchentag in die erste Riege deutscher Sinnstifter hineingewachsen. Von dort kann er sich prinzipiell zu allem äußern, hat Blankoeinladungen für jede Talkshow und andere kulturell hochstehende Veranstaltungen aller Art. Ob er allerdings auch das 850-jährige Brandenburg zu retten vermag?

Huber hat nichts Geringeres als eine „Charme-Offensive der Brandenburger Männer gefordert“, eine große gemeinsame Anstrengung, um die jungen Frauen des Landes am Weglaufen zu hindern. Eine gute Idee an sich – aber wie wird die Zielgruppe darauf reagieren?

Es liefe auf ein mittleres Wunder hinaus. „Hört des Bischofs Worte!“ sagen die jungen Männer, drehen den Soundanlagen ihrer tiefergelegten Honda-Limousinen den Saft ab und laden die Hübschesten, derer sie ansichtig werden, in den Stand der Ehe oder doch wenigstens auf einen Prosecco ein. Grobe Anmache ist geächtet, Tanzschulen erblühen von der Prignitz bis zum Elbe-Elster-Kreis, Baseballkeulen werden zu Pflugscharen geschmiedet…

Nichts gegen den Bischof. Aber das würde nicht einmal der Papst hinkriegen.

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