Von Tag zu Tag : Im Dorf lassen

Bernd Matthies wundert sich über große Begehrlichkeiten

Vermutlich ist es Zufall, dass heute hier gleich zwei Mal vom Kurfürstendamm die Rede ist, wegen der Theater im Ku’damm–Karree und der muslimischen Geistlichen, die bei Wolfgang Thierse Staatskunde lernten. Sie fühlen sich benachteiligt und hätten am liebsten eine schöne, repräsentative Moschee am Berliner Boulevard. Oh, jeder kann sich viel wünschen, auch öffentlich – das ist das Schöne an einer Demokratie, die sich zwar als christlich fundiert versteht, aber doch allen Religionen so viel Platz wie nur möglich einräumt.

Aber ist es eventuell auch möglich, die Moschee im Dorf zu lassen? Die Christen in Saudi-Arabien oder dem Iran wären froh, wenn sie sich überhaupt unverfolgt zum Beten treffen könnten. Das ist keine Auge-um-Auge-Haltung, aber doch die Idee, dass eine liberalere Praxis der islamischen Staaten manche Vorbehalte in den westlichen Demokratien zerstreuen könnte. Bis dahin ist es vermutlich besser, den Kurfürstendamm den weltlichen Bühnen vorzubehalten.

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