Von Tag zu Tag : Im Dunkeln

Der Autor wundert sich über die wundersame Verawandlung eines Gebäudes

Matthias Oloew

Der Trick ist so alt, wie es Architekturzeichnungen gibt. Um einem dunklen Gebäude, das wie ein Klotz in der Landschaft steht, etwas von seiner massigen und fast schon erdrückenden Erscheinung zu nehmen, verlegen Architekten die Ansicht gerne in die Dämmerung oder die Abendstunden. Dann wirkt der Bau auf einmal nicht mehr dunkel, sondern hell. Innen ist ja überall Licht an. Um den Bau dann noch ein bisschen schlanker wirken zu lassen, wird der Weitwinkel aufgesetzt, die Ansicht gestreckt, und – voilà – schon hat es mehr Eleganz. Andere Tricks: Bäume und Autos. Sie stehen auf Entwurfszeichnungen immer dort, wo es etwas zu verdecken gibt - nicht so schöne fensterlose Wände zum Beispiel, wie bei den Entwürfen für die amerikanische Botschaft. Die Behörden hätten beim Spreedreieck durchaus skeptischer sein müssen, als die Simulationen den Bau in der Dämmerung zeigten. So etwas soll nicht wieder vorkommen? Hoffen wir’s. Ein erster Schritt könnten die Entwürfe für den im Bau befindlichen Flughafen Schönefeld sein. Die zeigen den Neubau auch fast immer in der Dämmerung …

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