Von Tag zu Tag : Im SUV

Werner van Bebber macht sich Sorgen um den Verkehr von morgen.

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Manche Leute verstehen nicht, warum man in der Stadt große, schwere, vierradgetriebene Autos vom Kaliber Audi Q7 oder Porsche Cayenne fahren muss. Das tut der Beliebtheit dieser Schöpfungskronen deutscher Ingenieurskunst so wenig Abbruch wie der in Barrel zu bemessende Benzin- oder Dieseldurst der kleinlastergroßen Fahrzeuge. Jetzt gibt auch noch der Berliner Finanzsenator, immerhin mal von der eher kleinwagenfahrernahen SPD angeheuert, denen Recht, die im automobilen Tageskampf längst aufgerüstet haben: Ulrich Nußbaum will künftig an Straßenreparaturen sparen. Wer mal im eigentlich netten Pankow über eine schlaglochperforierte Hauptverkehrsstraße mit Tempo 20 geholpert ist, der ahnt, was auf alle zukommt, die in Berlin mobil sein wollen: Verkehr nach Klassen. Massige SUV, Busse und Lkw in freier Fahrt, während den Twingos und Lupos die Achsen brechen und den Rennrädern die Carbonrahmen. Erst wenn der Finanzsenator auf dem Sozius einer Moto-Cross-Maschine ins Rote Rathaus zur Sitzung spediert werden muss, wird er begreifen, dass man am Asphalt nicht sparen kann.

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