Von Tag zu Tag : Immer vorn Auto rast in Supermarkt: drei Verletzte

Klaus Kurpjuweit würde auf viele fragwürdige Rekorde gern verzichten

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Rekorde, Rekorde, Rekorde. Selten war es um diese Zeit so kalt, selten hat es so viel geregnet wie in den vergangenen Wochen – und noch nie war die S-Bahn so schlecht wie jetzt. Selbst nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist sie schneller auf die Schienen gekommen als jetzt nach dem Desaster mit bruchgefährdeten Achsen und Rädern und nicht richtig gewarteten Bremsen. Erst Ende 2011 soll die für einen normalen Betrieb erforderliche Zahl von Wagen wieder einsetzbar sein. So lange dürfen Fahrgäste sich weiter oft in supervolle Bahnen drängen, in denen es im normalen Berufsverkehr so wenig Platz gibt wie sonst nur bei Massenveranstaltungen. Auch ein Rekord. Allerdings muss die Geschäftsführung der S-Bahn hier auslöffeln, was ihr die Vorgänger – und der Bahnkonzern – eingebrockt haben. Die Kunden will sie mit weiteren Freifahrten im November und Dezember besänftigen, was 70 Millionen Euro kosten soll. Noch ein Rekord. Obwohl auch bei der BVG nicht alles glänzt, sollen die meisten Preise im nächsten Jahr steigen. Auch das ist rekordverdächtig. Den Spitzenwert gibt’s für die Unverfrorenheit.

Bei einem schweren Unfall in Adlershof ist am Mittwoch eine Autofahrerin in den Eingangsbereich eines Supermarktes gerast. Sie und zwei weitere Frauen wurden – teilweise schwer – verletzt. Kurz nach dem Crash sprachen Beobachter von einem Bild der Zerstörung. Das Dach des Privatautos wurde von der Feuerwehr abgetrennt, um die eingeklemmte Fahrerin zu befreien. Ersten Ermittlungen zufolge hatten Polizisten aus Brandenburg der 41-jährigen Fahrerin an der Ecke Wassermannstraße und Radickestraße mit ihrem Wagen gegen 13 Uhr die Vorfahrt genommen. Nach Auskunft der Berliner Polizei seien die Brandenburger Beamten in einem zivilen Fahrzeug unterwegs gewesen und hatten demnach die Rechts-vor-links-Regel an der Kreuzung missachtet. Wie schnell die Fahnder dabei fuhren, sei noch unklar. Bei einer derartigen Konstellation hätten aber auch weniger als 50 Kilometer pro Stunde ausgereicht, um schwere Schäden am anderen Fahrzeug zu verursachen. Nachdem die beiden Autos kollidiert waren, schleuderte die 41-Jährige mit ihrem Wagen über einen Gehweg und erfasste eine 88-jährige Fußgängerin. Im Eingangsbereich eines Supermarkts kam das Auto der 41-Jährigen schließlich zum Stehen. Hier erlitt eine Kundin ebenfalls Verletzungen. Gerüchte, wonach die märkischen Polizisten einen oder mehrere Verdächtige verfolgt hätten, wollte die Berliner Polizei nicht bestätigen. Der oder die flüchtenden Männer sollen angeblich zuvor bei Ahrensfelde nördlich von Berlin in einen Überfall oder eine andere Tat verwickelt gewesen sein. Von der Pressestelle der Brandenburger Polizei hieß es mehr als zwei Stunden nach der Karambolage, man wisse noch von nichts. Grundsätzlich sei es üblich, hieß es aus beiden Polizeipräsidien, dass Beamte über die Grenzen von Bundesländern hinweg Verdächtige verfolgten. Hannes Heine

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