Berlin : Von Tag zu Tag: Jährliche Baumposse

Ekkehard Schwerk

Wir hecheln Weihnachten entgegen. Und das geht seit letztem Jahr stets mit einer Posse los, die sich fürs Moabiter Hansa-Theater eignete, wenn es unter sein bewährtes Niveau zu gehen bereit und imstande wäre. Die Posse präsentieren der Schaustellerverband und ein einschlägiges Boulevardblatt. Es geht um ein alljährliches Geschenk für Berlin, an dem aber die Possenpräsentierer prompt herummäkeln, und zwar so lange, bis es aussieht, als mäkelte die ganze Stadt.

Es geht um den allerbaumsten aller Bäume für den Breitscheidplatz. Dort richten die Schausteller nicht nur den Weihnachtsmarkt aus, sondern richten über den Wert des Baumgeschenkes. Letztes Jahr kam aus Franken einer hier an, der für unannehmbar befunden, nicht auf- sondern hingerichtet wurde. Nun ist es ein schwedischer Baum, die zweite Wahl nach einem dort für uns gefällten, dann aber vom Beschenkten verworfenen Baumveteranen. Das Boulevardblatt tut so, als hätte es das Baumgeschenk an Ort und Stelle ausgesucht. Es ist üblich geworden, sich etwas schenken zu lassen, daran herumzunörgeln, und sich selbst als Gönner zu gerieren. So geht Eigenwerbung.

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