Berlin : Von Tag zu Tag: Kaum geplättet

Christian van Lessen

In Berlin ist alles ein wenig anders. Wohnungen sind billiger als in München, Straßen dreckiger als in Hamburg. Die Luft ist immer noch besser als in Bitterfeld. In den Straßen stehen mehr Bäume als in anderen Städten. Und auch wenn Schwimmbäder bald nur noch stundenweise offen sind - unterm Strich kommt Berlin meist ziemlich gut weg.

Damit uns die Flausen nicht zu Kopf steigen, gibt es regelmäßig Dämpfer. Dann entdeckt etwa ein Hamburger Nachrichtenmagazin die Bronx in Neukölln. Jetzt hat hat ein für Manager zuständiges Magazin etliche Berliner Luxushotels getestet. Die Zeitschrift fand heraus, dass einige Häuser ihren hohen Ansprüchen nicht gerecht werden.

In zwei Spitzenhotels erlebten die Prüfer unangenehme Überraschungen, als sie ihre Hosen bügeln lassen wollten. Die Hosen seien stundenlang verschwunden und dann so "verbügelt" gewesen, dass sie in die Reinigung mussten.

Auch Hilfe beim Koffertragen sei in Berlins feinen Hotels nicht selbstverständlich. In zwei Fällen hätten unbeschäftigte Portiers schnell weggeguckt und den Gast mit schwerem Gepäck allein gelassen. Außerdem seien als besonders eilig deklarierte Faxe erst Stunden nach dem Empfang ausgehändigt worden, klagten die Tester.

Da wir selbst so wenig in Berliner Luxushotels absteigen, wollen wir dem Test ruhig einmal glauben; rechnen aber fest damit, dass die Manager der gerupften Hotels nicht peinlich berührt sind, sondern heftigen Protest einlegen und von Missverständnissen reden werden. Aber mal ehrlich: So richtig geplättet sind wir wegen der verbügelten Hosen nicht. In Berlin ist immer alles ein wenig anders.

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