Von Tag zu Tag : Kein Sonderzug

Andreas Conrad empfindet nur noch tiefes Mitleid mit Pankow

Wenn das Adenauer noch erlebt hätte! „Natürlich Pankoff“, würde er vor sich hinmurmeln, im Stillen triumphierend, doch auch überrascht. Er hatte es zwar nicht anders erwartet, dass die Herren dort nichts auf die Reihe kriegen. Aber nun gleich die drohende Zwangsverwaltung, die pekuniäre Entmündigung – also so was! Und es kommt gleich doppelt dicke für die Berliner Nordostlichter: Erst das Sparziel des Senats weit verfehlt und damit, wie es scheinen muss, unter den Bezirken der Bruder Leichtfuß. Und dann nicht mal mit einem Wappen gesegnet, an dem sich das Pankower Selbstbewusstsein wieder aufrichten könnte. Alle anderen Bezirke haben eines, Pankow aber scheitert an der heraldischen Selbstfindung. Nur einer kann jetzt noch helfen mit seinem Gesang, wenngleich sein traditioneller Auftrittsort, der Palast der Republik, nicht mehr existiert. Aber der Pankower BVV-Saal tut’s wohl auch für ein jetzt unbedingt wünschenswertes Benefizkonzert von Udo L. Nur die berühmte Textzeile sollte er variieren: „Entschuldigen Sie, es fährt kein Sonderzug nach Pankow.“

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