Von Tag zu Tag : Keine Erdbeeren

Andreas Conrad kann sich über das Ferienende nicht recht freuen.

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Also lautet der Beschluss: Dass der Mensch was lernen muss.“ Ach, das waren idyllische Zeiten, als Wilhelm Busch diese unvergesslichen Zeilen zu Papier brachte – in „Max und Moritz“, ganz recht. Damals setzte man Schülern garantiert keine Tiefkühlerdbeeren aus China vor, wie denn überhaupt die moderne Form der Schulspeisung noch völlig unbekannt war. Unter verdorbenen Mägen hatte die Jugend zwar ebenfalls hin und wieder zu leiden, aber das lag dann am maßlosen Genuss von gebratenen Hühnerbeinen. Auch hätte Lehrer Lämpel nie und nimmer akzeptiert, dass man am Tore zu der von ihm geleiteten Lehranstalt Wachschützer postiert, wie das an zwölf Neuköllner Schulen ab diesem Montag wieder der Fall ist. Kurz und gut: Der Schulalltag ist zurückgekehrt, wenn auch bis auf weiteres ohne Beeren, worüber mehr Security nicht recht hinwegzutrösten vermag. Und erst das Pauken, Büffeln, Lernen – nicht für jeden ein Vergnügen. Aber man möge sich trösten: In gut zwei Monaten gibt es schon wieder Ferien – und angesichts des dann anstehenden Weihnachtsfestes viel Apfel, Nuss und Mandelkern. Nur eben keine Erdbeeren.

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