Von Tag zu Tag : Klub 29

Ulrich Zawatka-Gerlach sorgt sich um die Menschen in Steglitz-Zehlendorf

Ulrich Zawatka-Gerlach

Was ist nur in Steglitz-Zehlendorf los? Zwischen Dahlem und Lichterfelde-West versinken die braven Bürger in einem großen Haufen Schulden. Nein, es geht nicht um die Armut der öffentlichen Hand, sondern um insolvente Privatpersonen. Mit unbezahlten Verbindlichkeiten von 206,2 Millionen Euro (!) schlägt der Südwesten Berlins alle Rekorde. Dagegen sind die Reinickendorfer, die vor dem Amtsgericht ihren Offenbarungseid leisten mussten, mit alles in allem nur 7,9 Millionen Euro Schulden geradezu klinisch sauber.

Also, das hätten wir nicht gedacht. Dass hinter schmucken Fassaden und hübsch gerüschten Gardinen die Gier nach fremdem Geld regiert, um es sinnlos zu verpulvern und anschließend zu jammern: Ich kann nicht zahlen, ich hab’ nix mehr, hast du mal ’nen Euro? Aber dann lesen wir in der Statistik, dass 197,6 Millionen Euro der privaten, nicht zurückgezahlten Schulden von nur 29 Steglitz-Zehlendorfern angehäuft wurden, die ehemals selbstständig waren. Wir können also beruhigt sein: Den übrigen 288 311 Bewohnern geht es so weit gut. Sollten Sie auf der Schloßstraße jemanden treffen, der den Hut aufhält, dann gehört er wahrscheinlich zum „Klub 29“.

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